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Sächsische Zeitung
Mittwoch, 5. Februar 2003

Der Duft, den du isst
Das Gasthaus "Zum Rabenauer Grund" - Speisen im Bauernstubenambiente
Von Susann Pfeiffer

Eine Rose zu lieben ist eine dornige Angelegenheit. Drei Nächte verträllert die verliebte Nachtigall ihr gesamtes Repertoire an die Königin der Blumen. Und entlockt ihr mal ein leichtes Erröten des Entzückens, mal tiefe Schamesröte. Kühn geworden durch das Feuer der Liebe, rückt der übermütige Vogel der Rose noch mehr auf die Blütenblätter. Doch da sticht sie mit einer ihrer Dornen zu und ein roter Blutstropfen fällt aus der Nachtigallenbrust. Letztere singt nun noch lieblich-sehnsuchtsvoller, und die Rose verströmt noch betörenderen Duft.

Einen Duft, den man essen kann. Zumindest im Gasthaus „Zum Rabenauer Grund“ in Freital. Denn das Rosenblütensorbet (3 Euro) setzt einem hervorragenden Mahl die verdiente Krone auf. Die Grundlage dieses aromatischen Desserts ist Zitronensorbet. Rosenblütenextrakt und Rosenblütenblätter verleihen ihm erdbeerrote Farbe und Aroma und geben dem Speisefreudigen das Gefühl, einen ganzen Rosengarten im Mund zu haben. Der zergeht mitsamt dem Kiwipüree auf der Zunge, allein das Aroma bleibt. Vor- und Hauptspeisen lassen in geschmacklicher Ausstrahlung ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Der gebackene Ziegenkäse (4,50 Euro) bettet sich auf Waldbeerenchutney. Die fruchtige Milde des Chutneys, bestehend aus Preisel-, Heidelbeeren und Zwiebeln kontrastiert sehr gut mit dem aromatischen Käse. Fruchtig und würzig ist auch die Salatvariation (4,50 Euro).

Sie trägt ihren Namen zu recht, denn eine knackige Variation aus Rucola, Feld- und Eisbergsalat, Lollo rosso und Kresse füllt den Teller und ist durchwebt mit Blutorangenfilets und gebratenen Hähnchenbruststreifen. Die Hauptspeisen sind sowohl Fisch als auch Fleisch - genauer Muscheln und Lamm. Das Fleisch der Lammhaxe (9,50 Euro) ist geschmort, noch rosig in der Farbe, aber butterweich und bratenwürzig im Geschmack. Eine passende Ergänzung, wenngleich auch farbliche Abwechslung, schaffen grüne Bohnen im Schinkenmantel und Knoblauch-Kartoffel-Gratin. Die Muscheln im Keltentopf (8,50 Euro) sind da eher auf sich allein gestellt. Ihrer Schalen beraubt ruhen sie in einem Sud aus Chilischoten und Knoblauch und sind zart mit Parmesan überbacken. Der Keltentopf ist ein Töpfermachwerk auf drei Beinen, dem noch während des Speisens von einem Teelicht eingeheizt wird. „Ich habe so etwas einst in der Toskana gesehen“, erzählt Annett Fullroth, die Chefin des Hauses, „und später von unserem Töpfer hier nachfertigen lassen.“

Aber nicht nur der Keltentopf, sondern die gesamte Ausstattung des Gasthauses ist eine einzige Liebeserklärung ans Detail. Die niedrige Bauernstube durchziehen dunkle Balken. Kerzen und milchglasige Lampen spenden ein warmes Licht, das sich in Fenstern mit Strohgestecken verziert widerspiegelt. Auf dem alten grünen Kachelofen stehen ebenso alte Vogelkäfige. Kunstvolle Blumengebinde und keramisches Kleinod zieren jeden Tisch in einer anderen Weise. Man könnte meinen, die Gemütlichkeit sei hier erfunden worden. Und Annett Fullroth ist ein unabdingbarer Teil davon. Wie ihre Kollegin strahlt sie freundliche Gelassenheit und Ruhe aus.

Trotz der vollen Gaststube findet sie genügend Zeit für ein kleines Schwätzchen, ob nun mit uns, um Rezepte zu erklären, oder mit den Kindern. Letztere bekommen hier eine extra Speisekarte zum Malen und Rätseln. Außerdem dürfen sie in der süßen Schatzkiste kramen und im Bastelkörbchen wühlen. Langeweile kommt da nicht auf. Dafür sorgt Annett Fullroth, die einst Lehrerin war, bevor sie 1996 das Gasthaus „Zum Rabenauer Grund“ in einem ruinösen Zustand kaufte. Sie hat es komplett renoviert und nach zwischenzeitlicher Verpachtung seit März 2002 auch wieder selbst in der Hand. Ein kulinarischer Glücksumstand, der fast so betörend ist wie der Duft der Rosen im Sorbet.

Zum Rabenauer Grund
Somsdorfer Str. 6, 01705 Freital, Tel: (0351) 6444999
Geöffnet: Mo - Fr 16 - 24 Uhr, Sa/So, Feiertag 10 - 24 Uhr (Vorbestellung empfehlenswert) www.rabenauergrund.de

Getestet am 26. 1. 2003


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